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Vereinsgeschichte des  olpingorchesters Steinfeld (Oldb)

 Orchester 2014(anklicken zum Vergrößern)

Was eins nur Hobby war und der Freude am Musizieren entsprungen ist, wurde im Jahre 1950 zum Verein und entwickelte sich inzwischen im Dienste der Allgemeinheit zur Institution als Strukturelement des Gemeindelebens. Das im Jahr 1950 ins Leben gerufene Blasorchester hat seit der Gründung die Bevölkerung immer wieder bei ernsten und heiteren Anlässen das Jahr hindurch begleitet. Was läuft schon im Leben einer Gemeinde von der Größe Steinfeld ohne Musik.

 

Wie bei vielen Vereinen, so ist es auch beim Kolpingorchester Steinfeld schwer, die Anfänge datumsgenau festzustellen. Als Georg Ruhnke sich im Jahre 1975, als das Steinfelder Kolpingorchester 25 Jahre bestand, ans Werk machte, die Geschichte des Orchesters zusammenzutragen, musste er feststellen, dass die Anfänge gemeinsamen Musizierens viel früher anzusetzen sind. Ohne Vorstand und Satzungen kamen bereits kurz nach dem ersten Weltkrieg musikfreudige junge Leute beim Bauern Pöhlking in Düpe zusammen und übten auf dem Dachboden des Hofes. sie spielte auf, wo Musik gewünscht wurde. Sie fehlten auf keiner Hochzeit, Kirmes oder Fuchsschwanzjagd, aber auch nicht bei den Harpendorfer Heldengedenkfeiern.

 

Zur Vorgeschichte des Steinfelder Kolpingorchesters gehören darum Namen wie die Gebrüder Pöhlking, die Rabes (Schmidts Hannes und Jupp) Läschen Franz, Sprehe Ferdinand und Ludwig Bornhorst (Burn Bernds Lui), der bis zu seinem Tode auch als langjähriger 1. Vorsitzender noch als aktiver Musiker blieb. Doch gab es nicht in Harpendorf die Musiker, sondern auch noch in Lehmden die „Bloasers“ der Familie Krogmann. Wenn vom Musizieren in Steinfeld die Rede ist, müssen auch die Gebrüder Honkomp, die beiden Wienholts, die Dirigenten der Männergesangvereine Concordia und Frohsinn waren, dazu noch „Fienken Bernd“ (B. Möhlmann), „Holz Dierk“ (Struckmann) und der alte Militärtambour Fischers Bernd genannt werden.



Ein Blick ins alte Protokollbuch der heutigen Kolpingfamilie: Unter dem 10. Januar 1935 ist dort verzeichnet, dass das Kolpingorchester zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat. Die näheren Umstände wären noch einer Nachforschung wert. Möglicherweise handelt es sich um den Auftritt, über den die „Oldenburgische Volkszeitung“ am 13. Januar 1935 berichtet hat. Es handelte sich um eine Familienfeier der Steinfelder Kolpingfamilie im Saal des Vereinshauses. Die Zeitung schrieb: „Das Kolpinglied, von dem neugegründeten Kolpingorchester begleitet, bildete den Auftakt“. Man beließ es nicht bei diesem einem Lied, sondern umrahmte die Feier mit weiteren Orchestervorträgen. Präses war damals Kaplan Frilling, Referent des Abends war spätere Lohner Berufsschullehrer Jakob Dams. Von einem weiteren Auftritt der Musikkapelle ist in der OV vom 17.1.1935 zu lesen, als die abendliche Feier mit Fackelzug zur erfolgreichen Saarabstimmung musikalisch umrahmte.
Eine Zeitlang konnte das Orchester noch zu kirchlichen Auftritten aufspielen. Bald darauf wurden öffentliche Auftritte des Musikvereins ganz verboten.

 

Die Gründung des Kolpingorchesters Steinfeld

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zur offiziellen Gründung des Kolpingorchesters. Die Tatsache, dass der Anstoß zur Gründung aus Harpendorf an Kaplan Lüken herangetragen wurde, lässt vermuten, dass das erste Steinfelder Kolpingorchester im wesentlichen von den Harpendorfer Musikanten gebildet worden ist. Dass die Anregung aus Harpendorf in der Kolpingfamilie auf fruchtbaren Boden fiel, weist das Protokollbuch aus.

 

Am 30 August 1949 befasste man sich mit der Gründung eines Kolpingorchesters. Es war eine Versammlung mit einem Referat des unvergessenen Heimatdichters Alwin Schomaker. Anschließend setzten sich noch in der Wirtschaft einige Kolpingsöhne gesondert zusammen und sprachen über die Gründung einer Blaskapelle. Folgende Interessenten waren erschienen: Hugo Honkomp, Josef Roggenkamp, Josef Dorgelo, Heinrich Sprehe, Klemens Seeger und Albert Bahlmann.
Man beschloss die Gründung. Als Dirigent wurde Goswin Wienholt vorgeschlagen. Das Vorhaben wurde zum Dorfgespräch. In einer weiteren Zusammenkunft wurde überlegt, wie man an Instrumente kommen konnte.
Zum ersten Übungsabend kamen laut Protokoll:
 
1. Tanzlehrer Goswin Wienholt (Dirigent) 10. Schlossergeselle Josef Kuhlmann
2. Schlossermeister Hugo Honkomp 11. Landwirt Paul Harpenau
3. Musiker Erich Neugebauer 12. Landwirt Heinrich Becker
4. Landwirt Klemens Seeger 13. Landwirt Bernhard Schraad
5. Schuhmachermeister Josef Dorgelo 14. Malergeselle Paul Schraad
6. Schuhmachergeselle Josef Roggenkamp     15. Autoschlosser Rudi Berding
7. Maurergeselle Hubert Berding 16. Georg Tanklage
8. Schmiedegeselle Rudi Weigel 17. Hugo Tanklage
9. Schlossergeselle Heinrich Sprehe  
 
Wenig später kamen noch Hubert Westermann, Siegbert Bokern, Bernhard Grefenkamp, Alfons Sprehe und der langjährige 2. Vorsitzende Josef Schlarmann hinzu. Zweimal in der Woche wurde geübt. Im Protokoll heißt es: „Die Tage und Abende waren verschieden. Wir mussten uns immer nach unserem Dirigenten richten, weil dieser als Tanzlehrer sehr in Anspruch genommen wurde“. Nicht immer einfach war die Beschaffung der benötigten Instrumente in den nachfolgenden Jahren. Goswin Wienhold wurde mit Rücksicht auf seinen Beruf in der Übungsleitung durch Erich Neugebauer entlastet. Dem regelmäßigen Üben kam besondere Bedeutung zu, weil es zunächst noch an Notenkenntnissen fehlte. Eine besondere Einführung wurde erforderlich. Hier hat sich Erich Neugebauer besondere Verdienste um die Konsolidierung der Kapelle erworben.

Erstmals machten Kolping-Musiker von sich reden, als die in der Weihnachtsnacht 1951 vom Turm der Pfarrkirche herab Weihnachtslieder erklingen ließen. Ostern 1952 gab das neue Orchester das erste öffentliche Blaskonzert. Und dann war das Orchester immer dabei, wenn Musik gewünscht wurde: Fronleichnams- und Himmelfahrtsprozession, Schützenfest, Volkstrauertag usw.
 
Nach seiner Heirat verließ Goswin Wienholt Steinfeld und zog nach Holdorf. Seine Kapelle brachte ihm ein Abschiedsständchen. Jetzt wurde „Bloasers Jupp“ Dirigent. Am 09. Mai 1954 wirkte das Kolpingorchester Steinfeld unter der Leitung des altbewährten Musikers bei der Einweihung des Kolpinghauses in Osterfeine mit. Bereits im Vorjahr hatte es am Oldenburger Kolpingtag in Wilhelmshaven mit vielen anderen Kolpingkapellen teilgenommen. Dem Aufschwung dieser Zeit folgte offenbar wegen Überforderung der „Amateure“ ein gewisser Stillstqand. Die Tätigkeit von Kolpingfamilie und Kolpingorchester erlahmte.
 
Kaplan Thoben fand in Walter Richter einen neuen begabten Dirigenten. Beim 58. Oldenburger Kolpingtag in Steinfeld war das Steinfelder Kolpingorchester allerdings noch nicht wieder einsatzbereit, dafür sprang der Nachbarverein aus Mühlen unter der Leitung von August Kreymborg ein. Um ein besseres Bild bei öffentlichen Auftritten zu bieten, entschied der Verein sich dafür, zu den einheitlichen Mützen künftig schwarze Anzüge zu tragen. Nach Wiedererreichen des früheren Leistungsniveaus wurde das Orchester zunehmend zu Veranstaltungen aller Art eingeladen. Das brachte erhebliche Anforderungen an die Freizeit der Mitglieder mit sich. Walter Richter verließ Steinfeld und ging als Küster und Organist nach Goldenstedt. Erneut musste „Bloasers Jupp“ den Dirigentenstab in die Hand nehmen. Beim Sängerbundesfest in Dinklage konnte sich das Steinfelder Orchesters wieder mit „Heinzelmännchens Wachparade“ und dem Marsch „Unsere Garde“ vorstellen.

Neuer Präses wurde Kaplan Schröer. In dieser Zeit erhielt das Orchester eine einheitliche Uniform: Blaue Jacke, graue Hose, Krawatte und Mütze. 1970 beschloss die Generalversammlung die Gründung einer Jugendgruppe, deren Leitung die Mitglieder Josef Krogmann und Alfred Danne (Träger der goldenen Ehrennadel des Deutschen Musikerbundes) übernahmen. Die Mitgliederzahl stieg auf 50 Musikerinnen und Musiker an. Übungsleiter der Jugendgruppe wurden Wilfried Salomon, Clemens Honkomp, Herbert Läsche, August Kreymborg (Dirigent des Kolpingorchesters Mühlen) und Josef Wilken. Die meisten Jugendlichen hatten noch nie ein Instrument in der Hand gehabt. Beharrliches Üben war notwendig. Es fehlten Notenkenntnisse.
 
Probleme bereiteten weiterhin die Kosten für die Beschaffung der Instrumente und Noten. Mit Hilfe der Eltern gelang es, die notwendigen Instrumente zu erwerben: Flügelhörner, Trompeten, Tenor- und Waldhörner, Posaunen, Flöten und kleine Trommeln. Acht Neulinge wurden an Klarinetten geschult. Wilfried Salomon stellte aus den verschiedenen einzelnen Übungsgruppen eine Hauptgruppe zusammen. Am 23 Januar 1972 trat die Jugendgruppe erstmals öffentlich auf. Bei der Generalversammlung am 21. August 1972 wurde Wilfried Salomon vom Vorstand zum Dirigenten, Josef Krogmann zum Ehrendirigenten und Herbert Läsche zum Ersatzdirigenten ernannt.
 
Der Vorstand beschloss, die Mitglieder in das Stammorchester zu übernehmen. Im Frühjahr 1975 übernahm Herbert Läsche, bisher Stellvertreter, die Leitung des Orchesters, nachdem Wilfried Salomon überraschend den Dirigentenposten zur Verfügung gestellt hatte. Herbert Läsche hatte dabei eigentlich nur an eine Übergangszeit gedacht, bis ein „gelernter Dirigent“ gefunden sei. Da sich aber keiner anbot, packte ihm irgendwann der Ehrgeiz. Er erlernte andere Instrumente, besuchte Lehrgänge und absolvierte schließlich im Januar und Mai 1983 an der Bundesmusikerschule Deutscher Blas- und Volksmusikverbände die Abschlussprüfungen der Leistungsstufen D 1 und D 2. nach Übernahme des Dirigentenamtes wurde Clemens Honkomp sein Stellvertreter und unterstützte den Dirigenten bei der Einstudierung von Musikstücken.
 
Auf dem großen Weihnachtskonzert im Dezember 1995 übergab Dirigent Herbert Läsche die Leitung des Orchesters an Sandra Fischer (jetzt Harpenau). Herbert Läsche wurde für seine besonderen Verdienste während seiner über 20-jährigen Tätigkeit als Dirigent zum Ehrendirigenten ernannt.

Nach 10 –jähriger ebenfalls Tätigkeit als Dirigentin übergab Sandra Harpenau aus beruflichen Gründen den Dirigentenstab an Reinhard Niebur-Ossenbeck, der leider nach sieben jähriger Tätigkeit als Dirigent aus beruflichen Gründen im Januar 2012 seine Dirigententätigkeit in unserem Orchester aufgeben musste. Seit diesem Zeitpunkt hat Mathias Lohbeck aus Bersenbsrück als Dirigent die musikalische Leitung übernommen und bereitet die Mitglieder neben den wiederkehrenden Auftritten und Konzerten auf das im Jahr 2014 erstmals in Steinfeld stattfindende Musikerbundesfest, vor.
   
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